Wie wird der natürliche Baustoff Sumpfkalk hergestellt?

Die Herstellung des Allround-Baustoffes...

Sumpfkalk ist ein einzigartiger Baustoff, der sogar alle notwendigen Bestandteile eines gebrauchsfertigen Farbanstrichmittels in sich vereint. Nicht nur das, denn Sumpfkalk von KalkKind ist ein rein natürlicher Baustoff, der ganz ohne Zusätze auskommt!

Nachdem wir hier erfahren haben, woher Sumpfkalk stammt und woraus er besteht, möchten Sie sicherlich mehr über die Herstellung erfahren. Sumpfkalk wird in vier Schritten hergestellt …

Schritt 1: Kalksteine

Zuerst werden die Kalksteine aus einem Kalksteinbruch gewonnen. Unsere Rohstoffe stammen von Kalkgestein und Mamorsanden aus Deutschland. Die Herstellung des Sumpfkalkes erfolgt in der KalkKind-Manufaktur in Oestrich-Winkel im Rheingau. Wir verwenden reinsten Kalkstein aus Deutschland. Die Abbaustätte des Kalkgesteins zählt zu den reinsten Kalksteinvorkommen Europas. Wir sind dadurch in der Lage einen Sumpfkalk von höchstem Weißgrad und bester Qualität herzustellen.

Schritt 2: Kalk brennen

Nach der Gewinnung der Kalksteine werden diese in speziellen Kalkbrennöfen gebrannt. Durch das Brennen entsteht ein anderer Stoff. Calciumcarbonat wird über den Brennvorgang zu Calciumoxid, sprich Branntkalk. Beim Brennen wird dem Kalkgestein (Calciumcarbonat) das kristallin eingelagerte Wasser entzogen sowie der im Kalkstein vorhandene Anteil an Kohlenstoffdioxid. Gebrannter Kalk ist dann entsäuert und liegt in Form von Calciumoxid vor. Calciumoxid, also Branntkalk hat noch keine Bindekraft. Zum Bindemittel wird Kalk erst, wenn er gelöscht ist.

Schritt 3: Kalk löschen

Vor der Löschung müssen die Kalksteine nun einige Tage auskühlen. Danach wird der in Schritt 2 entstandene “Branntkalk” in Löschwannen und Kalkgruben oder auf Bändern weiterverarbeitet bzw. gelöscht. Unter Löschen versteht man den Vorgang, dem Calciumoxid Wasser zuzugeben, dass aus dem Calciumoxid ein Hydroxid entsteht. Gelöschter Branntkalk ist dann kein Calciumoxid mehr, sondern ein anderer Stoff, nämlich Calciumhydroxid. Kalk in Form von Calciumhydroxid hat eine hohe Bindekraft und ist das eigentliche Bindemittel. Calciumhydroxid ist schon ein selbstständiger Baustoff, wie oben beschrieben.

Und jetzt wird es interessant: Es ist entscheidend wie gelöscht wird!

Denn die Eigenschaften des Calciumhydroxid werden maßgeblich durch Art und Weise, wie gelöscht wird, beeinflusst.
Branntkalk wird auf 2 Arten gelöscht und in Calciumhydroxid umgewandelt.

1. Löschen: Trockenlöschverfahren

Zum einen wird der Branntkalk im sogenannten Trockenlöschverfahren mit Wasser besprüht oder mit Wasserdampf beschlagen bis aus Calciumoxid das Calciumhydroxid wird. Dann wird der Löschvorgang abgebrochen und das Calciumhydroxid liegt in “trockener” Pulverform vor. Die so entstandenen Calciumhydroxidkristalle können sich nach dem Abbruch des Löschvorganges nicht mehr verändern. Sie verfügen nun über eine bestimmte Größe. Diese Größe behalten sie bei. Das so hergestellte Calciumhydroxid wird als Kalkhydrat bezeichnet. Kalkhydrat wird zur Herstellung von Trockenmörtel verwendet.

Und so löschen wir unseren einzigartigen Sumpfkalk bei KalkKind:

2. Sumpfen: Löschen mit Wasserüberschuss

Im Gegensatz zur Trockenlöschung wird bei der Herstellung von Sumpfkalk, der Branntkalk mittels Wasserüberschuss gelöscht. Das so entstandene Calciumhydroxid liegt als Kalkteig vor. Der Löschvorgang wird nicht abgebrochen.

Schritt 4: Kalk einsumpfen

Beim “Sumpfen oder Einsumpfen” von Kalk wir der Löschvorgang nicht abgebrochen. So kann sich das entstandene Calciumhydroxid immer feinteiliger ausbilden. Die Calciumhydroxidkristalle werden kleiner und feiner. Sie bilden Sekundärkristalle und diese wieder welche und so weiter und so weiter.

Daher kommt auch die Bezeichnung von Sumpfkalk. Das Bindemittel Calciumhydroxid entsteht und die Kristallisation entwickelt sich weiter fort durch das “Sumpfen” in Wasser.

Denn nun schenken wir dem Kalk in der Kalkgrube die Ruhe die er braucht, um zu dem zu Reifen was ihn so einzigartig macht. So wie aus einer Raupe ein faszinierender Schmetterling wird oder ein guter Wein zu einem feinen Tropfen reift wird aus einem gebrannten Kalkstein hochleistungsfähiger Sumpfkalk.

So entsteht ein hochwertigstes Bindemittel mit einer viel größeren inneren Oberfläche. Sumpfkalk hat ein feineres Porengefüge, höhere Sorptionskraft, bessere Hafteigenschaften, Bindekraft, Plastizität sowie ein höheres Wasserrückhaltevermögen als eben im Trockenlöschverfahren hergestelltes Kalkhydrat.

Durch diese Eigenschaften des Sumpfkalkes können wir das Calciumhydroxid als alleiniges Bindemittel in unseren Sumpfkalk-Putzen verwenden. So können wir selbst auf Zusätze wie Zellulose verzichten. Jede Beimengung würde die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Baustoffes beeinflussen.

Deshalb ist, Sumpfkalk wie wir ihn bei KalkKind herstellen so wertvoll. Wir können dadurch auf alle synthetischen Zusätze verzichten.

 

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